Voigtländer SL APO-Lanthar 125mm f2.5

Kommen wir zum wohl begehrtesten Stück der ganzen Serie, dem APO-Lanthar 125mm f2.5. Die ganze Serie prallt mit eher ungewöhnlichen Eigenschaften, so auch dieses gute Stück. Mit einer Lichtstärke von 2.5 gehört es zu den lichtstärksten Makroobjektiven dieser Brennweitenklasse überhaupt. Das gleiche gilt für APO-Objektive, kaum eines besitzt eine höhere Lichtstärke. Um das ganze jetzt noch zu auf die Spitze zu treiben ist das Voigtländer SL APO-Lanthar 125mm f2.5 ein vollwertiges Makro mit einem Abbildungsmaßstab von 1:1 ohne zusätzliche Zwischenstücke oder Konverter.

Das Objektiv selbst ist sehr wertig gebaut, wie alle Objektive der Serie besitzt es einen Metalltubus und eine Störlichtblende aus Metall. Bei aufgesetzter Störlichtblende durfte es niemanden schwer fallen der ganzen Konstruktion zu vertrauen wenn sie am Hals baumelt. Durch die Tiefe der Störlichtblende ist es fast ausgeschlossen das versehentlich Gegenstände oder was auch immer in Kontakt mit der Linse kommt. Auch im Ausgefahrenen Zustand ist das Objektiv stabil und wirkt an keiner Stelle so als müsste man es mit Samthandschuhen anfassen. Negativ fällt nur das Gewicht auf, das 125mm f2 ist ein ganz schöner Brocken. Mit einem Gewicht von 690g ist für viele schon klar das Sie trotz der hervorragender optischen  Eigenschaften nicht mit diesem Objektiv glücklich werden. Damit bildet das Objektiv auch die Ausnahme der ganzen Serie den der Rest ist wie zuvor schon erwähnt äußerst Kompakt  gebaut. Wenn über die optischen Eigenschaften der Linse gesprochen wird sollte man eine Unterscheidung in verschiedene Aufnahmesituationen vornehmen.

100% Ansicht (nachgeschärft) 500x500 Pixel aus 5600x3700 Pixel

Eine Disziplin die dem Objektiv hervorragend liegt ist die, der Makroaufnahmen. Das ist für ein Makro-Objektiv wenig verwunderlich. Je nach Abbildungsmaßstab zeigt die Linse bei Offenblende eine leicht unterschiedliche Charakteristik. Während bei Offenblende und starken Vergrößerungen gerade an einer 35mm Kamera die Tiefenschärfe schnell in den Millimeterbereich rutscht, wird der restliche Bereich in wirklich schönes und cremiges fast sahniges Antlitz getaucht. Gerade bei Teilaufnahmen von Blüten und Pflanzen schätze ich diese Eigenschaft sehr. Mit weniger drastischen Vergrößerungen oder leicht abblendet wird der zweite Charakterzug sehr deutlich. Die drastische Schärfe im Nahbereich, die gerade bei Portrait Aufnahmen schon fast störend wirken kann, hebt den fokussierten Teil des Bildes sehr stark vom Restlichen Bildinhalt ab. Das ist zwar bei Portraits oft wünschenswert, nur leider ist das Zentrum so scharf das auch nur die kleinste Unreinheit oder das Haar perfekt abgebildet werden, im Zweifelsfall bedeutet dies viel Arbeit am PC. Zusätzlich erfährt man gerade bei normalen Aufnahmebedingungen eine wahre Farbexplosion auf dem Sensor. Das bei starken Gegenlicht oder in der Mittagssonne auch diese Optik keine Wunder vollbringen kann versteht sich fast von selbst und sollte auch niemand erwarten. Eine Disziplin welche dem 125er allerdings sehr liegt, ist die Aufnahme von Makros von Tautropfen in der Morgensonne. Durch die Apochromatische Korrektur werden effektiv „so gut wie alle“ Farbfehler an der Objekträndern beseitigt. Bei Aufnahmen von weit entfernten Objekten macht das 125er immer noch eine gute Figur, ganz klar liegt der Fokus dieses Objektives aber im Nahbereich. Nur dort kann man alle Vorteile dieser Linse ausspielen. Was die Linse für den Portraitbereich interessant macht ist die vergleichsweise hohe Lichtstarke und das damit verbundene Freistellungspotential der Linse. Auch die Brennweite ist attraktiv da die Optik bedingt durch Brennweite und Konstruktion verzeichnungsfrei abbildet. Bei der Verwendung einer 5DMKII liegt Tiefenschärfe bei einem 2m entfernten Objekt bei +/- 2cm. Das bei Canon Usern so beliebte 70-200mm 2.8 L besitzt eine Tiefenschärfe zwischen +/- 7cm bis +/- 1cm abhängig von der Brennweite. Ob man die hohe Grundschärfe in den Bildern mag ist allerdings Geschmackssache. Ich persönlich finde diese in dem Bereich nicht immer sinnvoll und setze lieber auf andere Objektive in dem Bereich. Wer aber (wie ich) eher Makro anfertigt und nur ab und zu Portrait Aufnahmen, der findet in dieser Linse vielleicht seinen Allrounder in der Klasse der leichten Teleobjektive.

 

5DMKII Beispielbilder – nur Belichtung korrigiert in Lightroom (keine Kontrastanpassung) – Export als .jpg (mit Ausnahme der ersten 3 Bilder)

Für alle Freunde der RAW Bilder hier noch ein Paket zum selber herumspielen (4 Bilder DNG ca. 80MB) KLICK MICH

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