Prime Tower – Von der Idee zum Druck

Stitched Panorama

Guten Abend

Ich habe mir heute mal zum Ziel gemacht ein Bild von der Idee bis zum Print komplett zu begleiten. Das Bild ist schon vor einem Monat aufgenommen worden aber der Druck ist jetzt erst komplett. Vielleicht ist das ja dem ein oder anderen eine Hilfe und vor allen Motivation sich ein wenig mit dem Material auseinander zusetzten anstatt gleich beim ersten Zweifel am Bild dieses zu verwerfen. Nun aber zum Bild selber!

Das Bild:

Den Aufnahme Ort kenne ich sehr gut, ist er doch ein Teil meines Arbeitsweges (je nach Verkehrsmittel). Auch meine Freizeit verbringe ich gerne mit der Kamera hier das sich das Gebiet einfach gut zum Fotografieren eignet (sieh auch: [URL]http://pascalstingl.ch/?p=3016[/URL]).

Ich hatte mir den Abend vorgenommen den Prime Tower zu fotografieren während die Wolkendecke von hinten beleuchtet wird. Aufgrund einer kleinen Hügelkette ist hier schon 1-2 Stunden vor Sonnenuntergang der beste Zeitpunkt für den Aufnahmestandort (der Hügel wirft Schatten, siehe auch Karte).

Karte

Wer sich mal dort umschauen will dem Empfehle ich Google Streetview das für weite Teile der Schweiz bereits Aufnahmen bereitstellt.

Link Google Streetview: http://goo.gl/maps/b7Qg
Link Google Maps: http://goo.gl/maps/4ga6

Die Aufnahme

Die Aufnahme selber war noch der kleinste Teil des Bildes. Ein Vorteil den ich gleich am Anfang voll ausspielen konnte war das die Kamera „Shiftbar“ ist um die Perspektive zu korrigieren und später auch um die beiden Aufnahmen für das Panorama zu realisieren. Wer sich dafür interessiert findet hier etwas zu lesen: [URL]http://ichbins.de/index.php/fotowissen-mainmenu-4/14-shift-ahoi-shiftobjektive-im-photoshop-zeitalter[/URL]

Die Belichtung wurde geschätzt und anschließend mittels Histogramm korrigiert. Um die Wolken später stark betonen zu können wurde darauf geachtet das die Lichter am Himmel nicht ausreißen (Fast alle Kamera haben mitterweile eine Funktionen die das schon in der Kamera anzeigen lassen kann, bei Canon findet man diese unter „Überbelichtungswarnung“ .Für die erste Aufnahme wurde dabei das Rückteil an den linken Rand des Bildkreises geschoben und ganz nach rechts für die zweite Aufnahme (Siehe Rohbilder). Hätte ich die Kamera einfach bewegt bei der Aufnahme hatte das in etwa den gleichen Effekt gehabt.

PT-3

Die Rohaufnahmen – erste Begutachtung

Die beiden Rohaufnahmen wurden danach in Lightroom importiert um diese auch nach der Bearbeitung als Rohbilder in der Bilddatenbank zu haben. Nach dem Import wurden die beiden Bilder wieder exportiert (ohne Bearbeitung als TIFF). Auf ein paar Fehler die ich bei der Aufnahme gemacht habe, und die hier schon sichtbar werden möchte ich kurz eingehen.

Sicherlich ist das Bild 1/2 bis 1/1 Blende unterbelichtet. Die korrekt belichteten Aufnahmen waren nicht zu gebrauchen da der Wind bei der Aufnahme doch etwas am Stativ gewackelt hat. So sind die Ausgangsbilder nicht wird perfekt für das was kommt aber immerhin nicht überbelichtet (wesentlich schwieriger bis gar nicht zu beheben).

Ein zweiter Fehler bezieht sich auf den grün/pinken Schimmer der sich praktisch über das ganze Bild legt. Diese Farbfehler haben ihren Ursprung in der Konstruktion der Linse. Ein „normales“ Weitwinkelobjektiv ist heutzutage ein sogenanntes Retrofokusobjektiv. Bei Retrofokusobjektiven wird die Schnittweite künstlich verlängert. Dieses ist notwendig damit man Weitwinkelobjektive (z.B. ein 20mm am Kleinbildsensor) auf unendlich scharfstellen kann ohne das Objektiv im Spiegelkasten zu versenken. Nun zurück zum Farbfehler, bei Retrofokusobjektiven werden die Lichtstrahlen relativ gerade auf den Sensor geworfen, deswegen tritt dieser Fehler nicht bei DSLR’s auf da hier Retrofokusdesigns verwendet werden um starke Weitwinkel zu produzieren.
Bei Kameras mit großem Sensor und sehr kleinem Auflagenmaß (Einfach: Abstand Linse/Sensor) fallen die Strahlen sehr viel schräger auf den Sensor. Je nach Einfallswinkel kann es nun sein das nicht jeder Pixel jede Lichtwelle eines Bildpunktes „sieht“. (Hier am Beispiel der Nex [URL]http://www.flickr.com/photos/episa/6315302815/[/URL]) Das fehlen dieses Teils der Welle wird dann als Farbfehler sichtbar. Mittlerweile könnte ich diesen Fehler auch beheben da der Kalibrationsfilter endlich seinen Weg als England zu mir gefunden hat. Wer sich dafür interessiert: http://www.jd-photography.de/workshops/capture-one/157-der-profi-workshop-lcc-profile-fuer-capture-one-pro-erstellen-und-verwenden.html

PT_Bild_1
(Bild zeigt nicht exakt die Aufnahmen welche verwendet wurden hier ist rechts nur die Testbelichtung – upps da hab ich wohl das falsche ausgewählt)

[/SIZE]Nach dem Export wird das Bild nun in einem x-beliebigen Panorama Programm zusammengesetzt. Das Ergebnis sieht natürlich immer noch sehr bescheiden aus. Das ganze wird zur Bearbeitung wieder in Lightroom importiert. Jetzt kann es endlich losgehen mit dem freilegen des eigentlich gewünschten Bildes. Kleinigkeit noch vorweg, ich arbeite bei bearbeiten von Wolken gerne mit +100 Klarheit da fällt schneller auf wie sich die Struktur der Wolken verhält also nicht wundern.

PT_Bild_2

Der erste Schritt lag im ausmerzen der Objektivfehler und dem Aufhellen der dunklen Partien. Um die CA’s in den Griff zu bekommen wurde einfach die manuelle CA Korrektur von Lightroom verwendet.
Die Schatten wurden im erstem Schritt durch die Tiefen / Schwarz Regler aufgehellt. Der eine hellt alle Tiefen auf, der andere nur sehr dunkle Partien. Was hier noch gemacht werden sollte ist den Kontrast so niedrig einzustellen damit die Helligkeitsübergänge im ganzen Bild weicher verlaufen (in Kombination mit einer sehr hohen Klarheit wirkt das Wunder). Um den Himmel generell etwas abzudunkeln (und mir Spielraum zu geben das ich am Belichtungsregler spielen kann wurde noch ein Verlaufsfilter auf das Bild gelegt welcher den oberen Bereich leicht abdunkelt.

PT_Bild_3

Der wichtigste Schritt zum fertigen Bild war es den Tower in Sättigung und Brillianz von dem restlichem Bild abzuheben. Dafür wurde mittels Pinsel der Tower nachgezeichnet (in Lightroom hat man so die Möglichkeit einen lokalen Bereich in Kontrast, Schärfe und Belichtung anzupassen). Der Tower wurde dabei aufgehellt und der Kontrast wurde gesteigert um diesen zu betonen. In einem späteren Schritt wurde die Sättigung noch angehoben, diesen zeige ich aber nicht separat.

PT_Bild_4

Der nächste Schritt war als erstes das freistellen und das festlegen des Bildformates, das ich den Rahmen schon ausgesucht hatte stand das Format fest es wird in 4×5 ausgegeben.

PT_Bild_5

Jetzt steht die Korrektur der Farbe an, das finale Bild soll relativ grau wirken und nur der Tower sollte etwas poppiger sein. Zu dem sind auch immer noch die Farbfehler zu sehen. Um diese zu entfernen werden die beiden Farbkanäle fast vollständig entsättigt. Da diese Farben praktisch nicht im Bild vorkommen fällt dies kaum auf.

PT_Bild_6

So die letzten Schritte die auch noch das zufrieden werden beinhalten 😉 bestanden aus der Anpassung der Bereits gemachten Änderungen. Hier noch etwas aufgehellt, dort noch etwas mehr Kontrast hier noch ein Staubkorn weg gestempelt.
Das Finale Bild ist dann oben im Post zu sehen. Anbei nur noch ein 100% Ausschnitt aus der Bildmitte (hier in voller Auflösung: http://pascalstingl.ch/samples/PT_Bild_7.jpg)

PT_Bild_7

So nach dem die ganze Bearbeitung nun abgeschlossen ist kann es weitergehen, das Bild wird für den Druck zurecht gemacht. Das heißt ein letztes Mal nach schärfen, Papier auswählen und sicherstellen das alle Profile i.O. und vor allen geladen sind. Der Druckprozess läuft dann praktisch von alleine nur herausnehmen und zum trocknen platzieren muss man das Bild selber. Nach einem Tag Zeit bekommt das gute Stück dann auch sein letztes Kleid.

PT-2

1 Comment

  1. by Thomas (kilgore72) on 6 April, 2013  19:13

    Klasse Bericht Pascal!!! Sehr ausführlich und informativ.

    LG
    Thomas

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